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Alexander Huber

Software guy, full-stack web developer, full-time computer geek. Blogs in English and German.

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Die meiste Verwirrung um Blocks und Procs rührt daher, wie beide zusammenarbeiten. Die Aussage, ALLES in Ruby sei ein Objekt ist einfach nicht wahr: Blocks, Argumentlisten und Funktionen sind keine Objekte, daher ist die gern zitierte Aussage, Ruby sei “objektorientierter” als Python ziemlicher Quatsch, so hatte Matz das gar nicht gemeint. Blocks sind aber dazu fähig, ein Proc zu erzeugen. Und die sind wiederum diesmal wirklich Objekte. Der Unterschied zwischen Blocks und Procs ist folgender:

[1, 2, 3].each { |x| puts x * 10 }

Der Codeblock oben ist wie gesagt, kein Objekt. Er gehört zur Syntax des Methodenaufrufs. Eine Analogie wäre eine Argumentliste:

puts say_hello('hi')

Das Argument ist ein Objekt, die Argumentliste selbst aber nicht. Genauso wie der Block oben: Der Empfänger von each ist ein Objekt, der Block selbst ist aber kein Objekt. Eine Instanz eines Proc ist aber ein Objekt und kann in Methodenargumenten auftauchen. Viel Konfusion entsteht, weil die Syntax der Erzeugung von Procs so ähnlich wie die eines Blocks hinter einem Methodenaufruf ist:

pr = Proc.new { puts 'Im Block eines Proc!' }
# Procs werden aufgerufen, indem sie gecallt werden:
pr.call

Das ist so wie die Zuweisung einer Methode an eine Variable in JavaScript, und alles weitere sind lediglich Erweiterungen dieser Funktionalität: Methodenargumente, Zuweisung an Variablen, die Verwendung in Arrays… Das Funktioniert alles, weil Procs Objekte sind und Blocks nicht.

Der Witz ist nun, dass Blocks in Procs umgewandelt werden können und umgekehrt.

def capture_block(&block)
  puts "Ich hab den Block erwischt, er ist jetzt ein Proc!"
  block.call
end
capture_block { "Das wird ein Proc!" }
#=> "Ich hab den Block erwischt, er ist jetzt ein Proc!"
#=> "Das wird ein Proc!"

Anders herum:

p = Proc.new { puts "Das wird ein Block" }
capture_block(&p)

Die Aussage in meinem letzten Blogeintrag, dass es auf yield ankommt ob eine Methode einen Block bekommen kann, ist so dann nicht ganz richtig weil das Argument oben ja auch ein Block wird. Dies funktioniert alles, weil das “&” ein Wrapper für to_proc ist. Die to_proc-Methode erlaubt einige lustige Dinge: Wenn in einer Klasse to_proc definiert wird, wird bei einem Aufruf “&Klassenname” der Code des Procs ausgeführt. Hier mal ein sinnloses Beispiel:

class A
  def self.to_proc
    Proc.new { puts "AAH!" }
  end
end
[nil, nil].map(&A)
#=> AAH!
#=> AAH!

Die (schön?) kurze Schreibweise, in der man die normale Blocksyntax durch die mit Symbol und Ampersand ersetzt funktioniert, weil Symbols auch eine to_proc-Methode haben:

%w{otto odol}.each(&:reverse!) #=> ["otto", "lodo"]

:reverse wird als Symbol an jedes Element gesendet, wo es als Message interpretiert wird. Das obige ist gleichbedeutend mit:

%w{otto odol}.each { |i| i.reverse! }

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